Futter Know-how Ist auch drin was drauf steht?

my-pet REDAKTION , 04/07/2012 00:00

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Was sagt uns das Etikett auf Hundefutter?

Ein verantwortungsbewusster Hundehalter wird sich vor dem Einkauf von Futter immer ausführlich damit auseinandersetzen was genau in der Dose ist. Häufig wird man mit unverständlichen Aussagen konfrontiert, die man „ mal eben auf die Schnelle“ nicht verstehen kann.

Neben dem nationalen Recht (wie z.B. die Futtermittelverordnung muss sich auch an das EU-Recht gehalten werden. Das macht die Sache kompliziert, regelt aber auch streng was auf deinem Tierfutter-Etikett stehen darf/muss und was nicht. Die grundsätzlichen Informationen (was ist Rohprotein, Rohfett, etc.) könnt ihr in unserer Zusammenfassung der Inhaltstoffe im Trockenfutter nachlesen, deshalb gehen wir hier auf allgemeine Themen ein, die häufiger im Zusammenhang mit Heimtierfutter auftauchen.

Sind tierische Nebenprodukte etwa Abfall?

Nein, keinesfalls! Tierische Nebenprodukte sind Produkte aus der Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung, die für den menschlichen Verzehr freigegeben sind, aber nicht zu diesem Zweck, oder nicht in der Menge in der sie vorhanden sind, dafür verwendet werden. Dazu gehören Innereien wie z.B. Leber, Magen, etc., die heutzutage für die menschliche Ernährung viel weniger nachgefragt werden als früher. Mit tierischen Nebenprodukten sind niemals Tiere oder Teile von Tieren gemeint, die wegen Krankheit getötet wurden und/oder nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen sind, das ist vom Gesetzt ganz explizit geregelt (EG 1775/2002). 


Für die Zutatenliste auf einem Etikett ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Zutaten in absteigender Menge angegeben werden müssen. Das heißt im Klartext: Wenn Fleisch an erster Stelle steht, dann hat es auch den größten Anteil in der Dose.

Da sind doch bestimmt Lock- oder Suchtstoffe drin!

Natürlich gibt es Kniffe in der Herstellung, die das Futter für den Hund besonders lecker machen, das hat aber ausschließlich mit den Rohmaterialien und der Rezeptur zu tun. Manche Futterhersteller führen sogar umfangreiche Fütterungstests durch, um mit den entsprechenden Ergebnissen dann solche Rezepturen zu entwickeln, die besonders schmackhaft für den Hund sind und von diesem besonders gut angenommen werden. Dass der Tiernahrung Lock- oder Suchtstoffe beigemischt sind ist ein Gerücht, das sich hartnäckig hält. Wenn es wirklich irgendwelche Lock- oder Suchtstoffe gäbe, würde sie doch jeder Futtermittelhersteller beimischen, oder?

Sind da wirklich nur 4% Fleisch in der Dose?

Die auf dem Etikett angegebene Zahl von 4% bezieht sich ausschließlich auf die sogenannte geschmacksbestimmende Fleischsorte (z.B. Geflügel). Diese Deklaration ist gesetzlich vorgeschrieben und auch ein bisschen verwirrend. Denn: Der Gesamtanteil an Fleisch ist in der Regel höher, weil neben diesem geschmacksbestimmenden Fleischanteil auch noch Fleisch und Fleischnebenprodukte anderer Sorten enthalten sind, wie z.B. Wild und Rind. Der Fleischanteil beträgt in Feuchtnahrung somit deutlich mehr als die ausgewiesenen 4%.

Wenn der genaue Wert nicht angegeben ist, woran orientiere ich mich denn dann?

Für die Zutatenliste auf einem Etikett ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Zutaten in absteigender Menge angegeben werden müssen. Das heißt im Klartext: Wenn Fleisch an erster Stelle steht, dann hat es auch den größten Anteil in der Dose.

Was genau sind denn Zusatzstoffe?

Zusatzstoffe sind Stoffe, die zusätzlich zu den Rohmaterialien dem Futter beigemischt werden. Dazu gehören z.B. Vitamine oder auch Mineralstoffe die zugemischt werden, damit das Futter nach dem Sterilisationsprozess und auch zum Ende seiner Haltbarkeit immer noch einen genügend hohen Anteil daran hat. Antioxidantien, die z.B. verhindern sollen, dass die Fette ranzig werden, gelten ebenfalls als Zusatzstoff.

Warum wird bei manchem Futter Zucker hinzugegeben? Das ist doch schädlich!

Zucker wird im Zusammenhang mit dem Tierfutter in unbedenklichen Mengen zum Karamellisieren genutzt. Wenn wir Fleisch kochen, z.B. einen Tafelspitz, wird das Fleisch immer leicht gräulich. Das ist in der Herstellung von Tierfutter nicht anders und wird aus ästhetischen Gründen, dem Zweibeiner zuliebe, durch Karamellisieren wieder dunkler eingefärbt.  Übrigens, viele Brote - auch die vom Biobäcker - sind mit Zucker gefärbt, dass ist ein sehr gängiges Verfahren in der Lebensmittelherstellung.

Was man sonst noch beachten sollte!

Eine abschließende Bemerkung über die Angaben von z.B. Rohprotein auf den Trocken- und Feuchtfutter Etiketten. Wenn man die beiden Werte gegenüberstellen möchte muss man beachten, dass der Feuchtigkeitsanteil beim Dosenfutter deutlich höher liegt. Daher muss man beide Produkte zunächst auf die Trockensubstanz umrechnen und kann die Werte erst miteinander vergleichen.

Wir möchten sehr gerne auch diejenigen zu Wort kommen lassen, die es am Besten wissen müssten: Euch, unsere Community. Viele sind jahrelange Hundehalter und haben im Laufe der Zeit wertvolle Erfahrungen gesammelt von denen die Allgemeinheit profitieren kann. Lasst uns doch im Forum diskutieren und überprüfen, ob über die Jahre gefestigte Meinungen zu Futtersorten und der Ernährung noch haltbar sind, oder inzwischen längst überholt. 

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